34.ADAC Rallye Rund um Kempenich

Ich hatte mir fest vorgenommen dieses mal frühzeitig die Reparaturarbeiten am Fahrzeug ab zu schliessen,
was durch die mehr als 1-jährige Pause ja eigentlich zu schaffen wäre.
Nachdem im Jahr 2010 auf der Rallye Kempenich das erst neu eingebaute Getriebe 
seinen Dienst schon in der Einführungsrunde während der Bergauf-passage der Müllenbach WP im 5-Gang einstellte, 
und wir bis zur Birkenfeld pausierten, konnte ich mich an das jetzt länger übersetzte Getriebe in den nächsten drei Rallyes etwas gewöhnen.

Eine Grundüberholung des Motors sowie mehrere Modifikationen standen für das kommende Jahr auf dem Programm.
Leider lief mir die Zeit nur so davon, dass wir erst im Oktober zur Tat schritten.
Als erstes nahmen wir uns den Motor vor, das Fahrwerk wurde erneuert, 
und die Karosserie wieder in einen einigermaßen ansehnlichen Zustand gebracht.

Die Lehre aus der Osterrallye Zerf 2009 war der Einbau eines Catchtanks.
Das löst zwar nicht das generelle Problem der Unfähigkeit die Tankanzeige im Auge zu behalten,
bringt aber wertvolle Meter auf dem Weg zum Ziel.
Nach langem Prüfen wo wir das gute Stück denn nun unterbringen, und diversen E-Mails mit Händlern und dem DMSB ,
haben wir uns für den Einbau in der Reserveradmulde entschieden (wirkliche Alternativen gabs nicht).
Für die feuerdichte Abschottung liessen wir uns eine Aluverkleidung bei einem befreundetem Metallbauer erstellen,
wo wir auch den auf unsere Maße angefertigten Catchtank erwerben.
Durch den Verlust der Reserveradmulde musste die Befestigung der Reserveräder nun neu überdacht werden.
Mit der vor geraumer Zeit bei Raceparts erworbenen Reserveradhalter-Spanngurt-Kombi läßt sich doch bestimmt was anfangen.
Kurzerhand wurde das Ding ein wenig umfunktioniert und schon konnten zwei Räder
im Hochkantformat auf der blitzenden Abdeckung der noch immer leeren Reserveradmulde platznehmen.
Da die Zeit schon etwas knapp wurde rückten andere Sachen auf der Prioritätenliste an vorderste Stelle.

Als Frank mir damals ziemlich enttäuscht mitteilte
das ich meinem Fahrzeug doch wenigstens mal den Hauch einer Chance lassen könnte die Leistung auszunutzen
indem ich nur ein klein wenig höher drehe, musst ich zugestehen, da ist schon was dran.
Also besorgte ich mir kurzer Hand ein Omex Shiftlight und verbaute das neu erungene sofort nach Anleitung im Cockpit.
Beim ersten Testlauf musste ich feststellen das bei voreingestellten 6000 und aktuellen 1000 U/min der Schaltpunkt schon erreicht ist.
Jeglicher Einstell oder Änderungsversuch blieb ohne Erfolg.
Auch der durch ISA Racing erfolgte sofortige Austausch inkl. des Versuchs die Störfrequenzen
durch das zwischenschalten eines geschirmten Kabels blieb erfolglos.
Im Gegenteil, es rührte sich überhaupt nichts mehr.

Na ist dann wohl auch "kaputt". Dann kann beim basteln ja nix mehr passieren.

Da hatte mein Co, auch wenn seine Einwenden meißt technisch nicht ganz nachvollziehbar sind, 
mal einen Geistesblitz der zumindest eines Versuchs Wert zu sein scheint.

Entgegen der Anleitung mal das Signalkabel nicht an der Spule sondern am Drehzahmesser angeschlossen und 
Datt geeeht.

Ja Frank es bringt nicht s wenn ich das Teil auf 5800 Umdrehungen stehen lasse.
Aber für die Testläufe sollte es noch reichen.

Nachdem das Fahrwerk nahezu komplett ausgetauscht wurde konnten wir endlich auf der Straße testen.
Naja fast.
Die TÜV Abnahme mit anschließender Anmeldung stand noch aus.
Aber auf der Fahrt zum Tüv kann man ja schonmal kurz antesten.

Der Einbau des KLR Systems (man will ja Steuern sparen) erwies sich als großes Problem für die AU.
Dank eines fähigen TÜV-Mitarbeiters wurde aber dieses auch schnell gelöst.
Dem prüfenden Auge sollten keine Mängel entgehen, doch auch diese wurden schnell behoben.

Als letztes noch die Spur einstellen lassen und fertig ist die Semmel.
Ist ja schliesslich schon eine Woche vor der Kempenich.
OK eingestellt wurde sie.
Ob dies jetzt soooo für den zuverlässigen Betrieb auf der Strecke geeignet ist
wurde nach der Fahrt zur technischen Abnahme am Samstagabend
noch ausgiebig in der Werkstatt diskutiert, und mit etwas exotischen Hilfsmitteln VERmessen.
Wir kamen zu dem Entschluss das wir besser die Finger davon,
und das ganze einem Profi überlassen wollen.
Leider liess der sich zur fortgeschrittenen Stunde eher in einer der zahlreichen Kneipen als am Handy vermuten.
Also blieb das ganze so wie es ist und wir machten das beste daraus.
Üben wie man mit einer Spur von geschätzten 5° Plus auf einer Seite noch halbwegs unfallfrei um die Ecke kommt.
Die Werkstatt wird noch zur Erklärung gebeten.

Endlich!
Sontagmorgen.
Schnell nen Kaffee in den Hals und auf nach Kempenich.
Obwohl ich versuchte meine geringe Nervosität so gut wie möglich zu überspielen, 
konnten einige doch nicht umher,
mich auf meine, für Rallyeveranstaltungen doch schon standardmäßige, Gesichtsfärbung anzusprechen.

DIE Reifen bei DEM Wetter, die SPUR, SOOOOO lange net mehr gefahren, ALLES neu, irgendwas vergessen fest zu ziehen,
hält das GETRIEBE, was macht die NEUE Bremsanlage.
Alles Sachen die mir durch den Kopf gingen.
"Fahr doch einfach mal" das sollte ich mir zu Herzen nehmen.

Den Rat von Franks Bruder Mike, den Luftdruck etwas zu ändern, nahm ich gerne an
schlimmer konnte es ja kaum noch werden.

Nach der Einführungsrunde und meinem ersten Kontakt, mit den für mich etwas überdimensionierten, Schikanen 
verklebte ich noch schnell den neuen Sponsorenaufkleber des MSC-Kempenich und bereitete micih auf die erste WP vor.

Nachdem ich das WC wieder verlassen hatte wartete schon Stefan mit seinen zwei Söhnen
die begeistert durch Rallyezentrum irrten.
Proffesionell bannte er das obligatorische Interview auf der Startrampe auf seinem Handy 
und stellte es uns zur Veröffentlichung auf unserer Seite zur Verfügung.
Für die die es jetzt nicht lassen können nach dem Video zu suchen (kommt noch).
Für den Inhalt des Interviews übernehme ich keine Verantwortung.

 

 WP1 Hausten verlief wie ich es mir nie erhofft hätte.

Nachdem ein Auto vor uns direkt hinter der ersten Kurve im Hang parkte 
und die WP kurz unterbrochen wurde, konnten wir endlich an den Start.

Das die Zuschauer nicht schieben kamen weil wir gefühlte 50cm in 10sec zurücklegten war das eine,
das wir aber dann 3 Kurven später wie besagtes Fahrzeug vorher mal elegant ins Feld abbogen
und auf den nächsten 500m keine Möglichkeit zusehen war wieder auf die Straße zu kommen ohne die Rotorblätter auszuschwenken,
liess mich zum Glück nicht im Feld versinken, aber brachte mich fast an den Rand der Verzweiflung.
Als ich schonmal die Parkscheibe aus dem Handschuhfach kramte zeigte mein Co ganz aufgeregt mit dem Finger Richtung Strecke,
der lang ersehnte Ausgang. 
Der Rest der WP war zum Eingewöhnen ok.

 

WP2 Nürburgring 
ging der Start bergab. Nicht mehr so die Herausforderung.
Den Abknick von der Bundesstraße zu finden dann schon wieder eher.
Langsam angepeilt und schnell um die Ecke 
richtung kurzes Schotterstück mit diversen Randbegrenzungen,
die sich in Form von riesigen Löchern äußerten.
In der anschließenden Unterführung reizte ich das Platzangebot voll aus,
und verfehlte die Haarnadel nur um haaresbreite.
Dank des Rückwärtsgangs entfernten wir uns aus der Absperrung
und konnten die Bergaufpassage schnell durchfahren.
Die Doppellinks in der Senke durchfuhren wir ebenfalls recht zügig und näherten uns vorsichtig der Schikane.
Die zweite Schikane blieb ebenfalls unversehrt stehen und wir hatten eine weitere WP absolviert.

 

WP3 Kempenich 
war wie immer rutschig, eckig und mit Rinnen übersäht.
Alles was zu einer WP dazugehört.
Schnelle Passagen, ein kurzes Schotterstück und unübersichtige Kuppen gaben ihr bestes dazu.
Mit 7km war sie auch die längste der WPs.
Leider diesesmal für die Rallye 200 Teilnehmer nicht als Rundkurs ausgeführt,
aber für die Zuschauer immer noch weitläufig einzusehen.
Und einen wahnsinns Spass macht sie natürlcih auch.

Schnell noch Tanken und ab ins Rallyezentrum.
OK. Schnell tanken wollten dann wohl noch 92 andere Fahrzeuge in diesem Moment.
Hochbetrieb an der Säule.
Wohlgemerkt kein einziges Rallyefahrzeug.
Naja wir haben ja Zeit.
Aber wenn die Dame im Twingo vor der einzigen SuperPlus Zapfe 
nicht bald ihren Schminkkoffer beiseite legt und die Säule räumt sehe ich da schwarz.
Ahh da kommt ja der Minifahrer von der anderen Seite der Säule.
OK der braucht dann noch 5 Minuten um seine Handschuhe rauszukramen und sie auf die Finger zu pressen.
nachdem wir die Säule erreichten konnten wir endlcih Tanken.
An der Kasse fanden wir dann die zuvorkommenden Mitmenschen die uns direkt zur Kasse durchwinkten.
Hier nochmal einen riesen Dank !!!
Auch an diejenigen die an Ihren Prinzipien und Ritualen festhalten müssen.
Denn ohne euch hätten wir niemals die 40sec. Strafe für zuspätes eintreffen kassiert.

 

Als wir zur 2ten Etappe starten wollten tauchte unser alt bekanntes Problem auf.
Der Anlasser versagte seinen Dienst.
Doch plötzlich bewegte mein Auto sich wie von Geisterhand, nicht s wie rein mit dem Gang und an die Büchse.
Die Geisterhand enttarnte sich in Form von Nick und Maik die wie immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle waren.

DANKE!!!

Nach der kurzen Pause fuhren wir zur WP4 
den Start schön langsam angehen und nicht wieder durchs Feld.
Geschafft!
Jetzt noch schnell ins Ziel.
Ich dachte ich müsste auf den letzten Zehn Metern noch Zeit gutmachen und gab nochmal richtig Gas.
Was ich in der links nach dem Ziel fast bereute.
Das Heck brach kurzerhand aus und wir touchierten den Wall, woraufhin drei unserer Reifen den Bodenkontakt sofort einstellten.
Nach dieser kleinen Showeinlage für die Zuschauer fuhren wir gemutlich zur WP5.

 

Diese wurde leider wegen einer Ölspur auf der gesamten Strecke annuliert.
Ein Fahrzeug aus der Historischen hatte sich die Ölwanne aufgerissen und ist noch ne Runde gefahren.
Es war absolut die richtige Entscheidung dort niemanden mehr fahren zu lassen.

 

WP6 war die letzte Herausforderung für diesen Tag.
Alles lief rund und wir kamen endlich mal wieder ins Ziel.

Im Rallyezentrum gab es jetzt leider nur noch sehr gut durchgegrillte Steaks.
Aber man merkte das die Organistation wie immer hervorragend war. 
So wurde die Siegerehrung pünktlich durchgeführt.

Auch hier einen Danke an die Organisatoren dieser wunderschönen Rallye.